werkstatt4
schule_tease2
 

Seite weiterleiten

Seite weiterleiten








Fachkraft für Milieubildung und Förderung der Teilhabe
Weiterentwicklung der Ausbildung im Bereich anthroposophischer Heilpädagogik und Sozialtherapie

Der Name zeigt die Zielrichtung: Es geht nicht um Heilen, um Therapie, um Rehabilitation oder Pflege, wenngleich alle diese Tätigkeitsbereiche im Umgang mit Menschen mit Behinderung eine Rolle spielen. Die spezifische Ausrichtung dieses Berufs liegt darin, ein der individuellen Entwicklung förderliches Milieu zu finden, zu schaffen bzw. es weiter zu entwickeln. Dieses Milieu ist ganzheitlich zu sehen und umfasst die gesamte Lebens-, Arbeits- und Sozialsituation. Ein zweiter Schwerpunktbereich ist der der gesellschaftlichen Teilnahme. Damit antwortet das Berufsbild des FAMIT auch auf die aktuelle sozialpolitische Situation, aber in einem auf den Einzelnen, seinem Bedarf und seiner Möglichkeit ausgerichteten Sinn.

Diese Qualifikation schafft Voraussetzungen, auch für Neu- und Seiteneinsteiger, in diesem expandierenden Feld professionell tätig zu werden. Denn nicht nur in den bestehenden Betreuungseinrichtungen besteht ein nachgewiesener Bedarf, zurzeit entsteht z.B. in den Kommunen ein nicht unbeträchtliches Arbeitsmarktpotenzial, im Besonderen auch, weil es politischer Wille ist, die stationäre Betreuung der o.g. Zielgruppen zurückzufahren. Die Fachkraft für Milieubildung und Teilhabe wird dabei nicht Erfüllungsgehilfe sozialpolitischer Vorgaben sein, sondern prüft deren Angemessenheit für das Einzelschicksal und entwickelt auf der Basis dieser Überprüfung zusammen mit dem Betroffenen und seinem sozialen Umfeld, die jeweils angemessene Teilhabegestalt.

Diese soziale Gestaltungs- und Begleitaufgabe gewinnt in einer alternden Gesellschaft Bedeutung über die Gruppe von Menschen mit Behinderung hinaus, und wird auch die Betreuung  für ältere oder demente Menschen umfassen können. Das bringt neue große Herausforderungen für die Professionalisierung von Betreuern bzw. Begleitern mit sich. Die Aufgabe, der sich die Fachkraft stellen muss, hat Schnittstellen nicht nur zu den sozialen und kommunalpolitischen Aufgaben. Eine wichtige Schnittstelle bzw. Vermittlerfunktion besteht u.a. zu den technischen Entwicklungen für diese Zielgruppen, d.h. der Nutzung und Entwicklung neuer Technologien wie Mikrosystemtechnik, Optoelektronik, medizinischer Gerätetechnik aber auch zu infrastrukturellen Aufgaben wie der regionalen Versorgung mit Dienstleistungen für die o.g. Zielgruppen.

Insgesamt handelt es sich also um ein Berufsprofil von erheblichem öffentlichen Interesse im Bereich der non-profit-orientierten Dienstleistungen: Mit dieser Qualifikation sollen folgende Aufgaben eigenständig und verantwortlich wahrgenommen werden können:

  • Begleitung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, Teilhabe-Kommunikation
  • (strategische) Gestaltung und Vermittlung von Teilhabe(-möglichkeiten)
  • Lebensgestaltung
  • Arbeitsgestaltung
  • Geschäftsführung von Einrichtungen der Teilhabe
  • Mitarbeiterführung
  • selbstgesteuertes, lebensbegleitendes Lernen

Die ausgebildeten Fachkräfte können sowohl in angestellter als auch selbstständiger Position tätig werden. Mit dem Verband für anthroposophische Heilpädagogik, Sozialtherapie und soziale Arbeit e.V. sind im Laufe des vergangenen Jahres hinsichtlich des Bedarfs und der Integration in bereits bestehende Ausbildungsgänge konstruktive Gespräche geführt worden. Begleitet wird die Initiative vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), das einen klaren Bedarf für diesen Beruf feststellt. Seit Anfang des Jahres stehen die Initiatoren zudem mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Schleswig-Holstein in Kontakt. Es wird geprüft, ob zur Vorbereitung einer bundesweiten Anerkennung eine pilothafte Erprobung in Schleswig-Holstein durchgeführt werden kann.

 

FAMIT Curriculares Konzept


 

URL dieser Seite: http://www.verband-anthro.de/index.php/aid/225/cat/5
© Verband für anthroposophische Heilpädagogik, Sozialtherapie und soziale Arbeit e.V. | Impressum
[ zur Navigation | direkt zum Seiteninhalt | zu weiterführenden Informationen ]