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04. Februar 2011

Medienmitteilung

Mit großer Betroffenheit haben wir von den sexuellen Gewalttaten erfahren, die in Einrichtungen der Behindertenhilfe in der Schweiz und auch in einer Mitgliedsorganisation unseres Verbandes in Deutschland tätig war.

Medienmitteilung des Verbandes für anthroposophische Heilpädagogik, Sozialtherapie und soziale Arbeit e.V.


Unser Mitgefühl gehört den Opfern!

jd/ Mit großer Betroffenheit haben wir von den sexuellen Gewalttaten eines Serientäters erfahren. Der 54-jährige Mann hat gestanden, in den vergangenen 29 Jahren in verschiedenen Heimen und anderen Institutionen für Menschen mit Behinderungen in der Schweiz sexuelle Handlungen an Kindern und Pflegebefohlenen vorgenommen zu haben. Er befindet sich in Haft. Bisher wurden durch die Kantonspolizei Bern insgesamt 122 Opfer identifiziert.

Die Tatsache, dass der Täter seit 1982 in verschiedenen, darunter auch anthroposophisch orientierten Heimen unentdeckt unzählige Straftaten begehen konnte, macht uns fassungslos. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Opfern und auch den Angehörigen. Wir verbinden damit die Hoffnung einer rückhaltlosen Aufklärung und einer umgehenden Unterstützung und Betreuung der Opfer, ihrer Angehörigen und der Mitarbeitenden in den betroffenen Institutionen.

Wie sich nun herausstellt, hat der betroffene Mann vor 20 Jahren zwischen 1989 und 1991 auch in der Camphill Schulgemeinschaft Föhrenbühl, einem Mitglied unseres Verbandes, gearbeitet. Aus den wenigen noch verfügbaren Unterlagen lassen sich keine besonderen Vorkommnisse ableiten. Er besuchte während dieser Zeit, die nun auch Gegenstand von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ist, Kurse im Rahmen des damaligen Ausbildungsangebots, beendete aber seine Tätigkeit auf eigenen Wunsch vorzeitig.

Menschen mit ‚geistigen Behinderungen’ sind potentiellen Übergriffen in  einem besonders hohen Maße ausgesetzt. Das Thema Missbrauchs- und Gewaltprävention ist zentral für die Vermeidung künftiger Opfer, es ist aber auch deshalb wichtig, weil die heilpädagogischen Ideale der Entwicklungsbegleitung durch Missbrauch und Gewalt in ihr Gegenteil verkehrt werden. Die Entwicklung und das Ergreifen der eigenen Persönlichkeit durch das Kind, den Jugendlichen und den erwachsenen Menschen mit Behinderungen werden korrumpiert und unter Umständen lebenslang geschädigt.

Wie können wir mögliche Gewalt und Missbrauch verhindern? Seit vielen Jahren finden entsprechende Fortbildungen für die Mitarbeitenden statt. Sie müssen weiter intensiviert werden. Die in unserem Verband gegründeten regionalen Präventionsstellen wie die Präventionsstelle Nord und die Fachstelle Süd, aber auch die Vertrauensstellen in den einzelnen Einrichtungen sind nicht zuletzt deshalb so wichtig, weil dadurch ein latentes Tabu zum Thema gemacht werden kann. Wir stehen für eine Verantwortungskultur des Hinschauens!

Kontakte Präventions- und Fachstelle:

  • Fachstelle für Prävention von Gewalt und sexuellen Übergriffen Region Nord
    Stütensen 2, 29571 Rosche
    Telefonnummer: 05803-96 477
    Mobil-Nr. Frau von Kamen: 0160/70 13 548
    E-Mail: K.von.kamen@gewaltpraevention-nord.de
    Mobil-Nr. Herr Pohlmann: 0151-52 72 84 55
  • Fachstelle Süd für Prävention, Beratung und Schlichtung
    Hotline: 0151-40 74 16 54, E-Mail: fachstelle-sued@verband-anthro.de

Pressekontakt:
Johannes Denger
Bildung, Ethik, Öffentlichkeit.
Referent des Verbandes für anthroposophische Heilpädagogik, Sozialtherapie und soziale Arbeit e.V.
und Redaktion PUNKT UND KREIS.
Tel.: 06035/81-190, E-Mail: johannes.denger@verband-anthro.de.

Der Verband für anthroposophische Heilpädagogik, Sozialtherapie und soziale Arbeit e.V. ist ein Fachverband der Behindertenhilfe, in dem derzeit bundesweit 156 Trägervereine von 226 Einrichtungen zusammengeschlossen sind, in denen 14.877 Menschen mit geistiger, seelischer und mehrfacher Behinderung leben, lernen und arbeiten. Die Bandbreite der Angebote reicht von der Frühförderung und ambulanten Heilpädagogik über Tages- und Heimschulen, Jugendhilfeeinrichtungen, Werkstätten (anerkannte WfbM und sonstige Beschäftigungsstätten), Dorf- und Lebensgemeinschaften, sozialpsychiatrische Nachsorgeeinrichtungen und soziale Landwirtschaftsbetriebe bis hin zu Angeboten der Tagesstruktur und der Pflege für schwerstbehinderte oder betagte Bewohner. Die Einrichtungen der Mitgliedsorganisationen unseres Verbandes sind darauf ausgerichtet, auf der Grundlage der Anthroposophie Menschen mit besonderen Hilfebedarfen zu fördern, zu unterstützen und zu begleiten. Der Verband gliedert sich entsprechend der unterschiedlichen Einrichtungen und Angebote in acht überregionale Fachbereiche, in denen die fachlichen, organisatorischen, rechtlichen und politischen Fragen des jeweiligen Fachgebietes bearbeitet werden. Im Fachbereich Werkstätten sind Einrichtungen und Dienste mit Angeboten zur Teilhabe am Arbeitsleben zusammengeschlossen.

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