Was ist die Wander-Akademie?
Ein Interview
Die Wander-Akademie bietet im Rahmen des Fachbereichs Werkstätten des Verbandes für anthroposophische Heilpädagogik, Sozialtherapie und soziale Arbeit e.V. seit 2002 jährlich einen Qualifizierungskurs für Werkstatträte an.
Das besondere an diesen Kursen ist einmal die Art und Weise wie und wo unterrichtet wird: Die Seminare finden in einer Art Lehrer-Schüler-Gespräche statt. Außerdem wandert die Akademie, die Akademie hat keinen festen Unterrichtsort, jeder der drei Modulteile findet an einem anderen Ort statt. Ein weiteres Charakteristikum ist, dass die Seminare inklusiv sind, d.h. Werkstatträte und Vertrauensleute werden gemeinsam geschult.
Daniela Steinel: Frau Kollmann, die Wander-Akademie bietet
eine umfassende Ausbildung für Werkstatträte an. Welche sind das?
Ursula Kollmann: Ein ganz wichtiges Thema während der 3
Einheiten umfassenden Fortbildungsreihe, die einmal jährlich stattfindet, ist
der rechtliche Unterricht, der von Herrn Rechtsanwalt Florian Bosselmann aus
Berlin gehalten wird.
Von Herrn Helgo Bockemühl, ehemaliger Pfarrer der
Christengemeinde Frankfurt, erhalten wir regelmäßig als Geschenk zwei Vorträge
während einer Einheit.
Wahrnehmungsübungen, die auf ganz unterschiedliche Weise
unterrichtet wird, z.B. durch künstlerische Zugangsweisen, durch Michael
Englert aus Wuppertal oder schriftliche Übungen durch Herrn Manfred Schaffarczyk
oder spielerisches, auch informatives durch Herrn Johannes Halbig, Christian
Bachmann oder auch mich, sollen die Fähigkeiten des Einzelnen geschult werden,
die Bedürfnisse der Anderen zu erkennen und helfend zur Seite zu stehen.
DS:Was ist wichtig daran, dass die Werkstatträte nicht nur das bloße Handwerkszeug, die rechtlichen Grundlagen, (kennen) lernen?
UK: Jeder von uns ist ständig im Austausch mit anderen Menschen, dies ist was uns und unseren Geist fördert. Wir wollen vermitteln und anregen dass sich unsere Teilnehmer mit anderen Werkstatträten in anderen Einrichtungen treffen um sich auszutauschen. Von vielen ehemaligen Teilnehmern haben wir gehört dass ein reger Austausch mit anderen Werksatträten mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden ist.
DS: Woran kann man erkennen, dass die Teilnehmer gestärkt,
um nicht zu sagen ‚befähigt’ aus den Seminarwochen herausgehen?
UK: Sie können feststellen, dass beim ersten Treffen noch sehr viel Unsicherheit und „Angst“ vor dem Neuen, Unbekannten vorherrscht. Nach dem ersten Beschnuppern der Teilnehmer entspannt es sich sehr schnell und es stellt sich eine gewisse Vertrautheit ein, die bei den nächsten beiden Treffen im Moment des Wiedersehens sofort zu spüren ist und uns ein Jahr begleitet. Diese Vertrautheit, die Sicherheit an- und ernstgenommen zu werden, so wie ich bin gibt Kraft und stärkt das Selbstbewusstsein und dies können sie sehen und spüren.
DS: Welche Rolle spielen die Vertrauenspersonen für die Wander-Akademie?
UK: Ohne Vertrauenspersonen würde was die Wander-Akademie
versucht zu vermitteln nicht in die Tat umsetzbar sein, denn die
Vertrauensperson trägt die Werkstatträte und hilft das Gelernte umzusetzen.Wir wissen alle wie schwer es ist Neues einzuführen, dies
erfordert oft sehr große Überzeugungskraft und Durchsetzungsvermögen, ohne
Vertrauensperson wären viele Werksatträte damit überfordert.
DS: Wo finden die nächsten Stationen der Wander-Akademie
2010 statt?
UK:Das ist eine sehr schwierige Frage, die so leicht nicht
zu beantworten ist!
DS: Danke.
UK: Gerne, ich hoffe, ich konnte einen kleinen Eindruck über das was die Wander-Akademie ist vermitteln.
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