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Lebenswert Bildung - Bildung in der Werkstatt
Fachtagung des Fachbereichs Werkstätten 2012

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Der Fachbereich Werkstätten im Verband für anthroposophische Heilpädagogik, Sozialtherapie und soziale Arbeit e.V. hatte das Thema ‚Lebenslanges Lernen’ (im Arbeitsleben) in das Zentrum seines diesjährigen Fachtages gestellt. Lebenslanges Lernen ist zu einer der zentralen Aufgaben in unserer Gesellschaft geworden und damit auch eine wesentliche Voraussetzung zur gesellschaftlichen Teilhabe. Wie lebenslanges Lernen für die MitarbeiterInnen und Werkstattbeschäftigten gleichermaßen gestaltet werden könnte, welche guten Projekte es bereits gibt und welche es zu entwickeln gilt, besprachen die rund 60 TeilnehmerInnen.

Teilhabe realisieren: Martin Körber, Sprecher des Fachbereiches Werkstätten, wies in seiner Begrüßung auf die Situation von erwachsenen Menschen mit schwerem und mehrfachem Hilfebedarf hin, die von sowohl von der Teilhabemöglichkeit am Arbeitsleben wie auch auf berufliche Bildung ausgeschlossen sind, wenn ihnen bereits der Zugang zur Werkstatt für behinderte Menschen verwehrt werde. Nach jetziger Gesetzeslage betrifft dies Menschen mit Behinderungen, die ein Mindestmaß an wirtschaftlicher Leistung nicht leisten können. Dieser Diskriminierung sei entscheiden entgegenzutreten, so Körber.

Mitgestalter sein: Nicht nur aus menschenrechtlicher Perspektive ist es die Aufgabe der Gesellschaft, die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben und deren Bildungschancen in beruflicher wie persönlicher Hinsicht zu realisieren (Art. 24 und 27 UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit behinderungen). Auch aus dem anthroposophisch orientierten Menschenbild heraus ergibt sich die Aufgabe für die BegleiterInnen und die unterstützenden Einrichtungen, Teilhabe- und Mitgestaltungsmöglichkeiten für alle Menschen - ihren Bedürfnissen entsprechend - zu gestalten. Erst durch das Tätigwerden (für andere) wird der Mensch zum Mitgestalter seiner Umwelt. Dementsprechend zeigte Jochen Pucher in seinem Einführungsvortrag sehr eindrucksvoll, wie beides in ein Gleichgewicht kommen muss, das Interesse und die Arbeit am eigenen Schicksal sowie die Mitarbeit und das Interesse am Weltgeschehen, in dem wir uns bewusst für andere einsetzen und für sie tätig werden.

Leider ist es bei der Durchführung der Tagung selbst nicht gelungen, das oben beschriebene Ziel einer gleichberechtigten Teilhabe und Mitgestaltung zu erreichen. Mit aller Berechtigung haben die VertreterInnen der Werkstattbeschäftigten dies bemängelt und kritisiert. Hier besteht noch ein großes Lernpotenzial! 

(Quelle: PUNKT UND KREIS Nr. 28 Johanni 2012, S. 30) 

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