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07. November 2008

Europäischer Kongress ‘WECHSEL DER GEZEITEN ‘ schließt mit Zehn-Punkte-Programm
Menschen mit Behinderungen appellieren an die Gesellschaft!

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Den Haag, 28. Oktober 2008 - Menschen mit Behinderungen erleben erheblichen Widerstand und viel Zurückhaltung im gesellschaftlichen Umfeld. Sie werden nicht ernst genommen, sie werden bedauert und oft respektlos behandelt. Die zunehmende Gewalt ist für sie besonders bedrohlich. Es macht ihnen Angst, dass "normale Bürger uns nicht beistehen?"

Mit diesem Fazit endete letztes Wochenende der 4. Europäische Interkulturelle Kongress für Menschen mit Behinderungen ’Wechsel der Gezeiten’, aus der Reihe In der Begegnung leben. Rund 600 Menschen, überwiegend mit einer geistigen Behinderung und 100 Begleiter aus 20 europäischen Ländern sowie aus Indien und den Vereinigten Staaten von Amerika waren Teilnehmer des Kongresses ’Wechsel der Gezeiten’. Tagungsort war das World Forum Convention Centre in Den Haag (NL).

Die Teilnehmer äußerten nicht nur Kritik. Sie erwähnten auch positive Beispiele, wie die Gesellschaft ihnen hilft und ihre Integration fördert. Außerdem sehen sie es auch als ihre eigene Aufgabe an, ihre Mitmenschen mehr in ihre Art zu wohnen und zu leben einzubeziehen, so eine der Schlussfolgerungen.

Die Teilnehmer formulierten ihre gewünschten Ziele für die nahe Zukunft in einem Zehn-Punkte-Programm:

Wir wollen

  • so respektiert und akzeptiert werden, wie wir sind.
  • Entscheidungsfreiheit wie wir leben wollen; eventuell mit Freunden in einer geschützten Wohneinheit oder in einer offenen Gemeinschaft.
  • mit Begleitung so selbständig wie möglich wohnen, im Anschluss an eine Gemeinschaft auf die wir zurückgreifen können.
  • als Individuum - nicht als ein Mensch mit einer Behinderung – behandelt und ernst genommen werden
  • dass Menschen an uns interessiert sind.
  • unser eigenes Tempo bestimmen können und nicht dauernd unter Druck gesetzt werden.
  • Trainingskurse besuchen können, um Fähigkeiten zu entwickeln, die wichtig für unsere Selbständigkeit und für unsere Chancen in der Gesellschaft sind.
  • dass nicht behinderte Kinder von jung an Kontakt zu Menschen mit Behinderungen haben, so dass sie uns besser verstehen können.
  • beweisen dürfen, dass auch wir unseren Beitrag am gesellschaftlichen Zusammenleben leisten wollen.
  • dass unsere Stellung in der Gesellschaft geschützt wird, so das wir nicht ausgeschlossen oder verdrängt werden und dass unser Einsatz und nicht nur das Resultat unseres Beitrags beachtet werden.

 

Der Kongress wurde von der Europäischen Projektgruppe “In der Begegnung leben” organisiert, in der Freiwillige, Kongressteilnehmer und ihre Verwandten zusammenarbeiten und der Europäischen Kooperation für anthroposophische Heilpädagogik und Sozialtherapie (ECCE), Mitglied des European Disability Forum. ECCE hat sich zum Ziel gesetzt, ein positives Bild der Menschen mit einer Behinderung zu fördern und ihre gesellschaftlichen Chancen und die dazugehörige Begleitung zu verbessern. 

Der nächste Kongress findet voraussichtlich 2011 statt. Spätestens dann wird untersucht, was aus diesen Wünschen geworden ist.

 

Weitere Informationen: www.in-der-begegnung-leben.eu 

Bernard Heldt, secretary general ECCE und Vorsitzender der Projektgruppe “Wechsel der Gezeiten”.
Tel: 0031 65 020 4989 | E
-Mail: b.heldt@ecce.eu

Thomas Kraus, “In der Begegnung leben” | Tel: 0049 - 30 80 99 24 12| E-Mail: kongress@in-der-begegnung-leben.eu

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