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Fachbereich LebensOrte - Entwicklung neuer Fachlichkeit und Begegnung in Augenhöhe

LebensOrte: dies ist nicht nur Name des Fachbereichs, sondern beschreibt auch Ziel und Inhalt der sozialtherapeutischen Einrichtungen, die in ihm zusammengeschlossen sind. In diesen LebensOrten - etwa 100 Gemeinschaften unseres Verbandes - finden ca. 7.000 Menschen mit unterschiedlichen Unterstützungsbedarfen ein zu Hause und Arbeit, einen Ort zum Leben.

Wo ist mein Lebensort ? Welchen Wert haben Arbeit und Beruf in meinem Leben?
Diese und viele weitere Fragen stellen sich Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen, da es sich um zentrale Lebensfragen handelt. Antworten können daher aus unserer Sicht nur gemeinsam entwickelt werden. Wir versuchen diese in Form von Lebens- und Arbeitsgemeinschaften zu geben und weiter zu entwickeln. Häufig bilden Höfe die Grundlage für unser gemeinsames Leben, Wohnen und Arbeiten. Wir sehen in unserer Lebensform eine Perspektive für die Zukunft!

LebensOrte sind Orte der Begegnung auf gleicher Augenhöhe: zwischen den Bewohnern und Bewohnerinnen, als Fachleute in eigener Sache, ihren Angehörigen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinschaften, die zu Schicksalbegleiterinnen und Begleitern wurden. Sie alle zusammen tragen die Arbeit des Fachbereichs gemeinsam. Die Einbeziehung von Menschen mit Hilfebedarf und Selbstvertretungsanspruch in alle Tätigkeiten von Anfang an ist ein zentrales Anliegen unseres Fachbereiches, sie werden so zu "Fachleuten in eigener Sache". Sie sind in die Arbeit der Gremien des Fachbereichs fest eingebunden.

Wir beschäftigen uns in den Gremien des Fachbereichs mit aktuellen sozialpolitischen und gesellschaftlichen Themen, wie z.B. dem "persönliches Budget", der zukünftigen Finanzierung der Eingliederungshilfe oder Fragen des älter und alt Werdens in den Gemeinschaften. Daneben bearbeiten wir Fragen, die sich aus unserem Arbeits- und Lebensalltag ergeben. Wichtig ist uns, dass das besondere Konzept unserer Gemeinschaften als eine andere, neue und zukünftige Form des Miteinanderlebens wahrgenommen und anerkannt wird. Hier leben Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam in einer familienähnlichen, häuslichen Gemeinschaft, jenseits tradierter Heimformen. Unser Ziel ist es diese Form des Miteinanders gesellschaftlich als etwas Eigenständiges zu verankern. Dazu bedarf es der Anerkennung eines Heimat- statt eines 'amputierten' Heim-Begriffs, sowie der Anerkennung der eigenen Häuslichkeit des Menschen mit Behinderung an der Stelle, an der derzeit noch (entwürdigend!) die 'Unterbringung in einer Einrichtung' steht.

Unser Fachbereich ist Kommunikations- und Austauschforum, bietet Beratung und Informationen für die ihm angeschlossenen Einrichtungen. Er beschäftigt sich mit fachlichen Fragen der anthroposophischen Sozialtherapie und entwickelt diese weiter. Zu aktuellen Themen organisieren wir regelmäßig Veranstaltungen und Tagungen, an denen Bewohnerinnen und Bewohner, ihre Angehörigen sowie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen teilnehmen können. Auch interessierte Einrichtungen bzw. Gemeinschaften, die nicht dem Verband angehören, können als Gäste an den Veranstaltungen teilnehmen und so die Arbeit und das Leben im Fachbereich und im Verband näher kennen lernen.

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