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Unterwegs
 

Neue Fortbildungsreihe: Vom Risiko zur Resilienz
Umgang mit psychischen Erkrankungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Doppeldiagnose

Menschen mit körperlicher/hirnorganischer Beeinträchtigung sind meist von Geburt an traumatisierenden Faktoren (z.B. familiäre Herausforderung, Krankenhausaufenthalte, institutionelle Gewalt) ausgesetzt und haben weit häufiger als vermutet psychische Erkrankungen. Diese unter dem Begriff Doppeldiagnose bekannte Situation stellt sowohl sie selbst als auch ihr persönliches und berufliches Umfeld vor große fachliche und persönliche Herausforderungen.
Eine neue Fortbildungsreihe qualifiziert Fachkräfte, um mit diesen Herausforderungen durch erweiterte Fachlichkeit und persönliche Kompentenzentwicklung umgehen zu können. Die Fortbildung kann so zu einem besseren Verständnis und einer besseren Zusammenarbeit zwischen Fachkräften und Menschen mit einer Doppeldiagnose beitragen.
Die Fortbildungsreihe setzt Grundkenntnisse des anthroposophischen Menschenbildes voraus.
Start: Ab Januar 2018

Das Fortbildungskonzept berücksichtigt folgende Punkte:
  • Fachkräfte brauchen fundiertes Wissen über psychische Erkrankungen sowie deren besondere Ausprägung bei Menschen mit Behinderungen. Es besteht sonst die Gefahr, dass in diesem Zusammenhang auftretendes Verhalten fälschlicherweise alleine der Behinderung zugeschrieben wird.
  • Fachwissen ersetzt jedoch nicht die Begegnung zwischen Ich und Du in einem gegebenen Moment. Im Gegenteil: Die Bereitschaft zu dieser Begegnung ist Grundvoraussetzung für pädagogische, heilpädagogische oder therapeutische Arbeit. Daher ist eine Schulung phänomenologischer Wahrnehmung unerlässlich.
  • Darüberhinaus ist fachlich kompetentes Handeln im zwischenmenschlichen Bereich aufgrund der unvermeidlich stattfindenden Übertragungen und Gegenübertragungen nur möglich, wenn die Fachkräfte bereit und in der Lage sind, diese Beziehungsdynamik (ausgehend von der Reflexion des eigenen Verhaltens) zu analysieren.
  • Für eine positive Veränderung der akuten Situation der Betroffenen ist es – neben fachlich fundierter psychiatrischer Begleitung – nötig, Fachwissen, Wahrnehmungen und Analyse der Beziehungsdynamik durch eine stringente Methode dialogisch zu verbinden. Dazu eignet sich z.B. Fallarbeit nach dem Modell des Entwicklungsdialogs (REF) oder der Dynamischen Urteilsbildung nach Lex Bos (REF).
  • Für eine nachhaltige positive Beeinflussung der Situation einzelner Betroffener müssen auch strukturelle Faktoren innerhalb von Institutionen berücksichtigt werden. Im Idealfall werden die TeilnehmerInnen der Weiterbildung von ihrer Einrichtungsleitung mandatiert, an der Entwicklung solcher tragender Strukturen längerfristig mitzuarbeiten.
Ziele des Fortbildungsangebotes
  • Vermittlung von Fachwissen zum Thema psychische Erkrankungen bei Menschen mit körperlicher/hirnorganischer Beeinträchtigung
  • Schulung folgender Kompetenzen:
  • Phänomenologische Wahrnehmung
  • Erfassen der Wechselwirkung zwischen körperlicher/hirnorganischer Beeinträchtigung und psychischer Erkrankung in ihrer individuellen Ausprägung
  • Selbstreflexion zur Beziehungsdynamik (Übertragung/Gegenübertragung)
  • Ganzheitliche Diagnostik und Hilfeplanung auf Grundlage des Modells der Dynamischen Urteilsbildung (Lex Bos)
  • Analyse strukturell günstiger Bedingungen für Betroffene innerhalb einer individuellen Einrichtung
Umfang und Dauer

Das Fortbildungskonzept ist auf eine zweijährige Fortbildungsreihe mit 8 Blöcken von je 3 – 4 Tagen (pro Block 30 UE = 240 UE) ausgelegt.
Die Fortbildungsreihe Doppeldiagnosen wurde im Rahmen des Bildungsforums von Anthropoi Bundesverband von Andrea Kron-Petrovic, Annette Pichler und Reinhard Sprang ausgearbeitet. Es wird von verschiedenen Bildungsträgern im anthroposophischen Sozialwesen als Grundlage für regionale Fortbildungsangebote zur Verfügung gestellt. Jeder Block behandelt ein fachliches Thema (siehe Übersicht), das Kernstück jedoch, bildet die gemeinsame Fallarbeit zur Selbstreflexion und Diagnostik.

Die Kursbegleitung geschieht durch zwei Personen,

  • die die Fallarbeit und, je nach Hintergrund, zumindest einen Teil des fachlichen Inputs, übernehmen können.
  • die Integration der Kursblöcke untereinander ermöglichen und
  • die AnsprechpartnerIn für anstehende organisatorische und inhaltliche Fragen sind. 

Die max. TeilnehmerInnenzahl ist: 14 (In Block 2-8 finden je zwei Fallbesprechungen statt).

URL dieser Seite: http://www.verband-anthro.de/index.php/aid/2891/cat/221
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