FAMIT Curriculares Konzept
Die inhaltliche Struktur der Fachkraft für Milieubildung und Förderung der Teilhabe ist ganzheitlich angelegt
Der wissenschaftlich-erkenntnismäßige Anteil,
der emotional-psychologische Ausbildungsanteil und
der projektorientiert handlungsorientierte Anteil
stehen in einem
ausgewogenen Verhältnis zueinander. Der methodische Aufbau des Curriculums ist
spiralförmig aufsteigend und nimmt damit ein traditionsreiches Lehrplanprinzip
auf.
Die einzelnen
Inhaltsbereiche bauen hier also aufeinander auf, werden auf einer Stufe
grundgelegt und kehren in ihren Kernbestandteilen jeweils auf der nächsten
Stufe in erweiterter oder vertiefter Qualität oder unter einem veränderten
leitenden Gesichtspunkt wieder. Dieses klassische Lehrplanprinzip hat
integrative Funktion einerseits, weil es den Lehrenden und den Lernenden die
Inhalte sowohl in größerem Rahmen, als auch in ihrem inneren Zusammenhang
sichtbar macht. Für den Lernenden hat dies außerdem orientierende Funktion,
weil es ihm ermöglicht, an jedem Punkt seines Lernweges die vorangehenden und
die nachfolgenden Stufen, und damit seinen aktuellen Stand, zu identifizieren.
Jede Stufe enthält drei
Zielebenen:
Erkenntnisziel,
Empfindungsziel,
Handlungsziel.
Ihnen sind in jeder Stufe
jeweils die entsprechenden Inhalte zugeordnet.
CURRICULUMSTUFEN
Stufe: Anthropologie – Die Arbeit an
Menschenbildern
Stufe: Agogik – Die Arbeit an
(Päd)Agogischen Konzepten
Weil die Arbeit der
Fachkraft eine erwachsenbildnerische Komponente hat, ist eine intensive
Auseinandersetzung mit agogischen Fragen als nächste Stufe in dieser
Entwicklungsspirale zu betrachten. Hier tauchen einige der bereits grundgelegten
erziehungs- und entwicklungsbezogenen sowie biografischen und medizinischen
Themen wieder auf.
Ein Teil der Inhalte des
Basisbereichs und der 2. Stufe wird zusammen mit den Betroffenen selbst
vermittelt werden. Damit realisiert die Ausbildung in ihrer didaktischen und
methodischen Anlage selbst bereits ihr Ziel, nämlich Milieubildung und
Teilhabe.
Stufe: Lebens- und Milieugestaltung –
Die Arbeit an den Prozessen und Inhalten der Lebenswelt behinderter Menschen
Auf dieser Stufe sind
alle Inhalte, die mit dem häuslichen und sozialen Lebensalltag sowie der
Freizeit zu tun haben, angesiedelt. Dazu gehört auch der Themenbereich Kommunikation
und Kooperation als Schwerpunkt.
Methodisch wird hier
Kommunikation und Kooperation nicht in erster Linie als Vermittlungsinhalt,
sondern durch die konkrete Zusammenarbeit und gemeinsame Schulung auf dieser
Stufe, selbst zum Bestandteil des Ausbildungsganges.
Stufe: Milieugestaltung für Arbeit und
Beruf – Die Arbeit an den Bedingungen, Prozessen und Inhalten der Berufs- und
Arbeitswelt
Die dritte Stufe hat im
Schwerpunkt berufliche und arbeitsbezogene Fragen der Milieubildung und
Teilhabe zum Inhalt.
INTEGRATIONSBEREICHE
Da das Leben von Menschen
mit Behinderung oder dauerhaften Einschränkungen in vielfältiger Weise durch
rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen mit bestimmt ist, sind Rechts-
und Wirtschaftsfragen in die vorgenannten Stufen der Ausbildung integriert. Dasselbe
gilt auch für die Fragen der Qualitätsentwicklung:
- WIRTSCHAFT _ integriert in Stufe 4
- RECHT _ integriert in Stufe 3
- QUALITÄTSENTWICKLUNG _ integriert in Stufe 2
Methode:
Das methodische Vorgehen orientiert sich an
Erwachsenen als Kursteilnehmer, die für ihren Lernprozess selbst verantwortlich
sind. Die Lehrenden verstehen sich
als Begleiter der verschiedenen individuellen Lernprozesse. Lernerfolgsfeststellungen
werden so gestaltet, dass sie in der späteren Praxis zur Evaluation der eigenen
Arbeit eingesetzt werden können.
Als integrierendes Schulungsmedium
haben sich gezielt durchgeführte künstlerische Aktivitäten in den Bereichen
Malen, Plastizieren, Zeichnen, Sprachgestaltung und bewegungsorientierte Formen,
die während des gesamten Kurses durchgeführt werden, als wirksam bewährt.
Projekte:
Jeder Teilnehmer führt im laufenden Kurs ein eigenes Praxisprojekt durch. Dieses Projekt wird im Kurs vorbereitet und in seiner Konzeption vorgestellt. Es wird entsprechend dem dazu gehörigen Zeitplan und seinen Meilensteinen begleitet und zwischen begutachtet und schließlich aufgrund der vorher entwickelten Ziele ausgewertet. Dieses Projekt ist Pflichtbestandteil des Curriculums und wird entsprechend dokumentiert.
Weitere Informationen:
Gemeinnützige Landbauforschungsgesellschaft
Frau Ulrike Laubach | Hauptstraße 32-34 | 24616 Hardebek
Tel.: 04324 - 88 27 90 | E-Mail: hardebek@t-online.de
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