Zeichnen
Schulunterricht
Im Gespräch
 

10. Februar 2005

Zur Entwicklung des leistungsträgerübergreifenden Persönlichen Budgets

Seit dem 1. Juli 2004 können Leistungen in der Form eines trägerübergreifenden Persönlichen Budgets beantragt werden. Allerdings ist nach wie vor insbesondere ungeklärt, wie Bedarfe festgestellt und die Höhe des Persönlichen Budgets im Einzelfall ermittelt werden können. Bislang zeichnen sich hier keine bundeseinheitlichen Verfahrensweisen ab. Ferner fehlt es noch an Mustervorgaben zur konkreten Ausgestaltung von Zielvereinbarungen i.S.d. § 4 der Budgetverordnung. Die Umsetzung der vom Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung beauftragten bundesweiten Modellvorhaben verläuft sehr zögerlich; die wissenschaftliche Begleitforschung durch die Universität Tübingen (Frau Dr. H. Metzler) u.a. hierzu beginnt eben erst.

Der Paritätische Gesamtverband geht mit seinem Angebot eines ?Kompetenzzentrums Persönliches Budget? seinerseits offensiv auf die Verankerung der neuen Leistungsform im Lebensalltag von Menschen mit Behinderungen zu. Die Pressemitteilung zur Eröffnung sowie die Einladung zur ersten Fachtagung des Kompetenzzentrums liegen unserem heutigen Rundschreiben an.

Die im Kontaktgespräch zusammenarbeitenden Fachverbände haben sich im Oktober 2004 darauf verständigt, die Entwicklung des Persönlichen Budgets weiterhin mit ?positiver Grundhaltung? zu begleiten und gezielte Aufklärung über Chancen und Risiken der neuen Leistungsform zu betreiben. Adressat der Aufklärung sollen sowohl die Menschen mit Behinderungen als auch die Träger von Diensten und Einrichtungen sein. Diese seien aufgerufen, ihre Leistungen ?budgetfähig? zu gestalten.

Im Rahmen eines Fachtages zum Persönlichen Budget, den unser Verband am 30.11.2004 in Kassel veranstaltet hat, ergab die Diskussion, dass das leistungsträgerübergreifende Persönliche Budget im Bereich der Behindertenhilfe voraussichtlich nur dort zum Tragen kommen wird, wo Leistungen der Eingliederungshilfe mit Leistungen der Pflege zusammengeführt werden. Übereinstimmung bestand ferner in der Einschätzung, dass Menschen mit Behinderungen Persönliche Budgets zunächst nicht zum Einsatz in anthroposophischen LebensOrten nachfragen werden. Auf der anderen Seite müssten die Gemeinschaften, auch um im Zuge des allgemeinen Ausbaues von Angeboten ambulanter Begleitung ?konkurrenzfähig? zu bleiben, ihre Tore auch für Budgetnehmer öffnen. Dies könne sogar eine Entwicklungschance für die Gemeinschaften im Sinne einer zeitgemäßen Gestaltung von Teilhabe darstellen.

 

Ina Krause-Trapp, Bingenheim, Februar 2005

URL dieser Seite: http://www.verband-anthro.de/index.php/aid/64/cat/70/start/30
© Bundesverband anthroposophisches Sozialwesen e.V. | Impressum
[ zur Navigation | direkt zum Seiteninhalt | zu weiterführenden Informationen ]